Von allen Veranstaltungen, die 2026 über die Plattform von Bizzabo liefen, waren 63 Prozent Präsenzformate, 33 Prozent rein digital und nur 4 Prozent hybrid (Bizzabo State of Events, März 2026). Diese drei Zahlen beschreiben den Markt genauer als jede Trenddebatte: Ein Drittel der Events findet weiterhin online statt, und das eine Format, das beide Welten versprach, ist zur Ausnahme geworden. Für Sie als Veranstalter heißt das: Die Frage lautet nicht mehr, ob digitale Events bleiben. Sie lautet, für welche Ziele Sie das Format einsetzen und wer es umsetzt.
Digitale Events haben 2026 klare Stärken, besonders wenn Reichweite, regelmäßige Termine und Kosten pro Kontakt im Vordergrund stehen. Geht es vor allem um den Aufbau von Geschäftsbeziehungen, sollten Sie prüfen, wie das Format persönliche Gespräche ermöglicht. Sie finden hier eine Bestandsaufnahme der Formate mit Teilnahmequoten, eine Entscheidungshilfe in fünf Fragen, die aktualisierten Gründe für digitale Events, einen ehrlichen Blick auf Hybrid und einen Kostenrahmen für die Frage, ob Sie eine Agentur brauchen.
Was sind digitale Veranstaltungen? Eine kurze Definition
Digitale Veranstaltungen (auch Online-Events oder virtuelle Events) sind Veranstaltungen, bei denen Programm, Interaktion und Networking vollständig über eine Internetplattform stattfinden. Teilnehmer, Referenten und Aussteller sind an keinen gemeinsamen Ort gebunden. Der Begriff umfasst das einstündige Webinar ebenso wie die mehrtägige Online-Konferenz mit parallelen Bühnen, die virtuelle Messe mit Ausstellerprofilen und das Matchmaking-Event, bei dem vorterminierte Videogespräche das eigentliche Programm sind. Hybride Events kombinieren eine Präsenzveranstaltung mit einer digitalen Teilnahme und bilden eine eigene Kategorie mit eigenen Regeln.
Was digitale Events von einer Videokonferenz unterscheidet, ist die Absicht: Es gibt eine Anmeldung, ein Programm, eine Zielgruppe außerhalb des eigenen Unternehmens und ein messbares Ziel, meist Leads, Wissenstransfer oder Geschäftskontakte. Genau an diesem Ziel entscheidet sich später, ob das Format richtig gewählt war.
Gekommen, um zu bleiben: die Zukunft digitaler Events
Die Definition nennt fünf Formate, und die Bestandsaufnahme 2026 zeigt, dass sie sich sehr unterschiedlich entwickelt haben. Der Markt für virtuelle Events lag 2025 bei 119,8 Milliarden US-Dollar und soll 2026 rund 145 Milliarden erreichen; Messen und Ausstellungen stellen mit 31,3 Prozent den größten Anwendungsbereich, und 55,2 Prozent des Umsatzes entfallen auf die Plattformen selbst, nicht auf Dienstleistungen (Grand View Research, Virtual Events Market Report, Juli 2026). Weltweit wurden 2025 rund 21 Prozent aller Events als rein virtuelle Formate geplant (Statista, zitiert nach Cvent, März 2026). Für Ihre Planung folgt daraus: Das Format ist Normalität, kein Experiment, und der Kostenschwerpunkt liegt in der Plattform, nicht mehr in der Agentur.
Bestandsaufnahme 2026
Wo digitale Events heute stehen
Die Marktzahlen sagen noch nichts darüber, welches Format zu welchem Ziel passt. Die folgende Übersicht ordnet die fünf Formate nach dem, was Sie am Ende in der Hand haben.
| Format | Typische Dauer | Was Sie erwarten dürfen | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Webinar | 45 bis 75 Minuten | 47,7 % der Angemeldeten erscheinen, 68 Minuten durchschnittliche Länge (Livestorm, 09/2026); 57 % Teilnahmequote und 51 Minuten Sehdauer (ON24, 02/2025) | Leads, Wissenstransfer |
| Online-Konferenz | 1 bis 3 Tage, mehrere Bühnen | Reichweite ohne Reisebudget, Teilnahmequoten wie beim Webinar, deutlicher Abfall nach Tag 1 | Reichweite, Content-Bibliothek |
| Virtuelle Messe | 1 bis 5 Tage, oft ganzjährig geöffnet | Größtes Marktsegment (31,3 %, Grand View Research, 07/2026); Ausstellerprofile, Lead-Erfassung | Aussteller-Leads |
| Matchmaking-Event | Halber bis ganzer Tag, vorterminierte Meetings | Regelbasiert terminierte 1:1-Videogespräche, Meeting-Quoten messbar | Geschäftskontakte |
| Hybrides Event | 1 bis 3 Tage | Nur 4 % der Events (Bizzabo, 03/2026), 52 bis 58 % Teilnahmequote (Venuera-Benchmark, 07/2026) | Präsenz plus verlängerte Reichweite |
Die Teilnahmequote ist eine wichtige Planungsgröße in dieser Tabelle. Wer 1.000 Anmeldungen für ein Webinar sammelt, plant mit 480 bis 570 Teilnehmern, und bei Hybrid-Formaten erscheinen laut dem Benchmark von Venuera nur gut die Hälfte der Angemeldeten. Bezahlte Formate schneiden besser ab: Der Median der No-Show-Quote liegt bei kostenpflichtigen Events bei rund 17 Prozent, bei kostenlosen bei 28 Prozent (PheedLoop-Auswertung von 860 Events, zitiert nach Venuera, Juli 2026). Ein bezahltes Ticket kann die Verbindlichkeit der Anmeldung erhöhen.
Welche zehn Spielarten sich hinter den fünf Kategorien verbergen, und welche davon tatsächlich Networking-Ergebnisse liefern, haben wir in unserem Beitrag zu den 10 Arten virtueller Events ausführlich sortiert. Hier geht es um die Entscheidung davor.
Wann ist digital die richtige Antwort? Eine Entscheidungshilfe in fünf Fragen
Die Tabelle zeigt, was jedes Format leistet; die Entscheidung fällt aber nicht am Format, sondern am Ziel. Stellen Sie sich die Finanzleiterin vor, die in der Budgetrunde fragt: „Warum reisen wir dafür noch?” Diese Frage ist berechtigt, und sie hat zwei richtige Antworten, je nachdem, was Ihr Event liefern soll. Fünf Fragen führen zur Antwort.
Entscheidungshilfe
Fünf Fragen, bevor Sie das Format festlegen
- Frage 1 Was soll am Ende existieren? Leads, Wissen oder eine Geschäftsbeziehung? Für die ersten beiden ist digital die Standardantwort, für die dritte braucht es Präsenz oder ein Matchmaking-Format mit festen Terminen.
- Frage 2 Wie weit ist Ihre Zielgruppe verstreut? Zehn Länder, drei Zeitzonen, kein Reisebudget beim Teilnehmer: digital. Eine Region, dieselben 200 Entscheider jedes Jahr: Präsenz.
- Frage 3 Wie oft müssen Sie die Zielgruppe erreichen? Monatlich oder quartalsweise funktioniert nur digital. Einmal im Jahr rechtfertigt Reise und Location.
- Frage 4 Was kostet ein Ergebnis? Rechnen Sie Kosten pro durchgeführtem Gespräch oder pro qualifiziertem Lead, nicht pro Teilnehmer. Ein Webinar mit 83 Zuschauern kann teurer sein als ein Matchmaking-Tag mit 40 Meetings.
- Frage 5 Wie weisen Sie das Ergebnis nach? Digitale Plattformen können die Erfassung wichtiger Kennzahlen erleichtern. Wenn Ihre Geschäftsführung Nachweise verlangt, spricht das für digitale oder zumindest digital erfasste Formate.
Ergibt die Prüfung „Leads, verstreute Zielgruppe, hohe Frequenz”, ist Ihr Event digital, und niemand muss sich dafür rechtfertigen. Ergibt sie „Beziehung, regionale Zielgruppe, einmal im Jahr”, bleibt es Präsenz, eventuell mit einer digitalen Vor- oder Nachphase. Der häufigste Fehler liegt dazwischen: ein Beziehungsziel mit einem Reichweitenformat zu verfolgen. Dann sitzen 400 Menschen in einem Livestream und niemand hat ein Gespräch geführt.
Gerade Frage 1 entscheidet mehr, als viele Veranstalter annehmen. Eine Online-Konferenz produziert Zuschauer. Ein Matchmaking-Event produziert Termine. Wenn Ihr Ziel Geschäftskontakte sind, brauchen Sie ein Format, in dem Teilnehmer vorab sagen, wen sie treffen wollen, und eine Plattform, die daraus einen Terminplan macht. Wie sich solche Videogespräche so organisieren lassen, dass sie tatsächlich stattfinden, beschreiben wir im Beitrag zu virtuellen Networking-Events.
11 Gründe, warum Events auch in Zukunft digital bleiben
Die Entscheidungshilfe zeigt, wann digital gewinnt. Die folgenden Gründe erklären, warum das Format auch nach der Rückkehr der Präsenzveranstaltungen nicht verschwunden ist. Sie gelten 2026 nüchterner als früher, aber sie gelten.
1. Hohe Reichweite
Mit digitalen Veranstaltungen erreichen Sie Menschen unabhängig von Ort und Reisebudget. Die Kapazität ist praktisch unbegrenzt: 50 parallele Workshop-Räume verursachen online keine Mietkosten. Für Zielgruppen, die über Kontinente verteilt sind, gibt es kein anderes Format.
2. Planbarkeit ohne Reise- und Standortrisiko
Streiks, Wetter, Visa und Reisekostenstopps in den Unternehmen der Teilnehmer treffen digitale Events nicht. Wer ein Format monatlich oder quartalsweise braucht, kann es digital besonders gut durchführen.
3. Kosten pro Kontakt
Ein eintägiges virtuelles Event mit 1.000 Teilnehmern kostet inklusive Plattform, Technik, Referenten und Marketing rund 30.000 bis 35.000 US-Dollar (vFairs Virtual Event Budget Guide, Juli 2026). Eine Präsenzkonferenz mit 100 Gästen liegt in Deutschland bereits bei 15.000 bis 60.000 Euro (bvents, September 2026). Pro erreichtem Kontakt ist digital um ein Vielfaches günstiger. Pro Geschäftsbeziehung ist das nicht automatisch so.
4. Nachhaltigkeit
Keine Anreise, keine Hotelnächte, kein Standbau: Der größte Teil der Emissionen einer Veranstaltung entsteht durch Reisen, und digitale Formate vermeiden sie vollständig. Für Unternehmen mit Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit ist das inzwischen ein Buchungsargument, kein Bonus.
5. Verlängerung der Lebensdauer
Aufzeichnungen, Interviews und Präsentationen bleiben nach dem Event verfügbar. Öffentlich zugängliche Aufzeichnungen werden im Schnitt 14,6-mal abgerufen, hinter einem Anmeldeformular versteckte nur 4-mal (Livestorm Webinar Benchmark Report, September 2026). Wer die Aufzeichnung offen teilt, verdreifacht die Reichweite seines Programms nach dem Event.
6. Messbarkeit
Digitale Plattformen können Anmeldungen, Sehdauer, Fragen und Meetings erfassen, abhängig von ihren Funktionen und Einstellungen. Welche KPIs Sie dafür heranziehen und wo Sie die Zahlen finden, haben wir separat aufgeschrieben. Solche Aufzeichnungen können den Aufwand für die anschließende Auswertung verringern.
Digitale Events fördern ein neues Teilnehmerverhalten
Teilnehmer haben sich an digitale Formate gewöhnt und wählen sie bewusst: 53 Prozent der Befragten planen 2026 mehr Webinare zu besuchen als im Vorjahr, während zugleich 54 Prozent mehr Präsenzveranstaltungen besuchen wollen (Bizzabo State of Events, März 2026). Beide Zahlen steigen gleichzeitig. Teilnehmer ersetzen nicht das eine Format durch das andere, sie nutzen beide für unterschiedliche Zwecke.
7. Frequenz statt Jahresereignis
Mit digitalen Formaten erreichen Sie dieselbe Zielgruppe zwölfmal im Jahr statt einmal. 39 Prozent der Meeting-Verantwortlichen nennen „mehr virtuelle Meetings” als ihre Antwort auf steigende Kosten (Amex GBT Global Meetings and Events Forecast 2026, Oktober 2025). Frequenz baut Vertrautheit auf, die ein einzelnes Jahresevent nicht leistet.
8. Zeitersparnis für Teilnehmer
Eine Stunde Programm kostet eine Stunde, nicht zwei Reisetage. Teilnehmer wählen gezielt die Sessions aus, die sie brauchen. Das erklärt, warum knapp die Hälfte der Webinar-Anmeldungen erst in der letzten Woche eingeht (49,6 Prozent, Livestorm, September 2026): Die Hürde ist so niedrig, dass niemand langfristig plant.
9. Kostenersparnis für Teilnehmer
Keine Reise, keine Übernachtung, keine Spesen. Für Teilnehmer aus Unternehmen mit eingefrorenen Reisebudgets ist ein digitales Event oft das einzige, das genehmigt wird.
10. Interaktion und Networking
Chat, Umfragen und vorterminierte Videogespräche senken die Hemmschwelle, Kontakt aufzunehmen. Die Bedingung: Networking muss organisiert sein. Eine offene Teilnehmerliste erzeugt online keine Gespräche. Eine Terminmatrix, die festlegt, wer wen wann trifft, erzeugt sie.
11. Informations- und Wissensvermittlung
Webinare bleiben ein bewährtes Format für die Wissensvermittlung. 68 Minuten dauert ein Webinar heute im Schnitt, und Sessions zwischen 60 und 75 Minuten erreichen die höchsten Teilnehmerzahlen (Livestorm, September 2026). Für reine Wissensziele ist kein anderes Format effizienter.
Wie stark ist der Wunsch nach Live-Events?
Die elf Gründe erklären, warum digital bleibt. Sie erklären nicht, warum Präsenz trotzdem wächst, und das tut sie deutlich. In Deutschland nahmen 2025 rund 395 Millionen Menschen an Präsenzveranstaltungen teil, 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr, bei 2,02 Millionen Veranstaltungen (Meeting- und EventBarometer 2025/26 des GCB German Convention Bureau, Mai 2026). 70 Prozent der Teilnehmer nennen Präsenzveranstaltungen als ihre wichtigste Quelle für berufliches Lernen, vor Webinaren, On-Demand-Plattformen und sozialen Netzwerken (Freeman Trends Report, April 2026, 4.700 Befragte). Und unter Ausstellern halten 97,5 Prozent Messen für unverzichtbar (AUMA Aussteller-Ausblick 2026/27, Juni 2026).
Diese Zahlen widersprechen den elf Gründen nicht. Sie beschreiben ein anderes Ziel. Präsenz gewinnt dort, wo Vertrauen entstehen soll, wo Verhandlungen anstehen und wo die Zielgruppe ohnehin an einem Ort zusammenkommt. Die Finanzleiterin aus der Budgetrunde bekommt also zwei Antworten: Für die Lead-Kampagne im Frühjahr reisen wir nicht. Für die Partnerkonferenz im Herbst reisen wir, weil dort Verträge entstehen.
Bemerkenswert ist, was die Aussteller-Zahl noch sagt: 27,7 Prozent der Aussteller müssen Messebeteiligungen intern zunehmend gegen digitale Alternativen verteidigen (AUMA, Juni 2026). Die Frage „Warum nicht online?” wird also in jedem vierten Unternehmen gestellt. Wer sie als Veranstalter beantworten kann, verkauft leichter.
Hybride Events: die Zukunft der Eventbranche?
Vier Jahre lang galt Hybrid als die Antwort auf die Frage, ob Präsenz oder digital. Die Zahlen 2026 sagen etwas anderes. Nur 4 Prozent der Events auf der Bizzabo-Plattform sind hybrid (Bizzabo, März 2026), in Nordamerika wurden 2025 rund 15 Prozent der Events hybrid geplant (Amex GBT, zitiert nach Cvent, März 2026), und die Teilnahmequote hybrider Formate liegt mit 52 bis 58 Prozent unter der reiner Präsenzevents (Venuera-Benchmark, Juli 2026). Hybrid ist nicht gescheitert, aber es ist zum Spezialformat geworden.
Der Grund liegt in der Ökonomie: Ein hybrides Event bezahlt zwei Produktionen und bekommt oft nur ein Publikum, weil die Online-Teilnehmer nach dem ersten Vormittag abspringen. Es lohnt sich dann, wenn die digitale Seite einen eigenen Zweck hat: internationale Teilnehmer, die nie gereist wären, eine Sammlung der Aufzeichnungen oder vorterminierte Meetings zwischen Online- und Präsenzteilnehmern. Wie Sie ein solches Format planen, ohne die Präsenzseite zu verwässern, steht in unserem Leitfaden zum Planen hybrider Events. Für Matchmaking über beide Teilnehmergruppen hinweg bietet Converve eine Lösung für hybride Events, bei der die Meeting-Matrix Präsenz- und Online-Teilnehmer nach denselben Regeln terminiert.
Hybrid ist eine Entscheidung mit Preisschild, keine Absicherung.
Agentur oder selbst machen: was digitale Eventunterstützung kostet
Wenn das Format feststeht, folgt die Frage, wer es umsetzt. Viele Veranstalter suchen zuerst nach einer Eventagentur für digitale Veranstaltungen, und für einige Aufgaben ist das richtig. Für andere zahlen sie Agenturhonorar für Arbeit, die eine Plattform heute selbst erledigt. Die Tabelle trennt beides.
| Aufgabe | Leistet eine Agentur | Nimmt eine Plattform ab | Bleibt beim Veranstalter |
|---|---|---|---|
| Konzept und Dramaturgie | Ja, Kernkompetenz | Nein | Zielsetzung, Freigabe |
| Studio, Regie, Livestream-Technik | Ja, bei Studio-Produktionen | Teilweise (integrierter Stream) | Nein |
| Registrierung, Ticketing, Teilnehmerkommunikation | Gegen Aufpreis | Ja, Standard | Inhalte der Mails |
| Programm, Bühnen, Aufzeichnungen | Aufbau gegen Honorar | Ja, Standard | Pflege der Inhalte |
| Networking und 1:1-Meetings | Selten, meist Zukauf | Ja, regelbasierte Terminierung | Matching-Regeln festlegen |
| Sponsoren- und Ausstellerflächen | Vertrieb gegen Provision | Ja, Profile und Lead-Erfassung | Vertrieb |
| Auswertung und Nachweis | Report gegen Honorar | Ja, automatisch | Interpretation |
Der Kostenrahmen dazu: Eventplaner und Agenturen berechnen typischerweise 15 bis 20 Prozent des Eventbudgets oder Stundensätze zwischen 75 und 250 US-Dollar (DesignRush Event Planner Cost Guide, 2026). Im deutschsprachigen Raum liegen Agentur-Stundensätze je nach Erfahrungsstufe zwischen 80 und 350 Euro, Beratungstagessätze zwischen 1.200 und 3.500 Euro (mhoch3 Agenturgebühren-Benchmark, August 2025); üblich sind Projektpauschalen oder ein prozentualer Aufschlag auf das Gesamtbudget (bvents, September 2026). Ein professioneller Moderator kostet zusätzlich 500 bis 2.500 Euro pro Einsatz (Seminar-Institut, April 2026). Auf der Plattformseite reichen die Lizenzen von 3.000 bis über 25.000 US-Dollar pro Event (vFairs, Juli 2026) beziehungsweise 675 bis 10.000 US-Dollar monatlich für große Formate (Markletic Pricing Breakdown, November 2024).
Daraus ergibt sich eine einfache Regel. Eine Agentur lohnt sich, wenn Ihr Event eine Inszenierung braucht: Studio, Regie, Dramaturgie, mehrere Kameras, ein Publikum, das unterhalten werden will. Sie lohnt sich nicht, wenn Ihr Event ein Prozess ist: Anmeldung, Programm, Meetings, Auswertung. Diesen Prozess betreibt eine Plattform mit einem eigenen Projektleiter, und Ihr Team behält die Regeln in der Hand. Welche Plattform dafür in Frage kommt, haben wir im Leitfaden zur Auswahl einer Virtual- und Hybrid-Event-Plattform verglichen; die Kostenfrage für den Matchmaking-Teil beantwortet unser Beitrag zu den Kosten von Event-Matchmaking-Software.
Ein realistisches Zwischenmodell: Sie buchen die Agentur für den Eröffnungsblock und die Keynote-Produktion, betreiben Registrierung, Programm und Meetings selbst auf der Plattform. Die Finanzleiterin sieht dann eine Rechnung, in der jede Position einer Aufgabe zugeordnet ist. Das ist der Nachweis, den sie eigentlich wollte.
Häufig gestellte Fragen zu digitalen Events
Was sind digitale Veranstaltungen?
Digitale Veranstaltungen sind Events, deren Programm, Interaktion und Networking vollständig über eine Internetplattform stattfinden, von Webinaren über Online-Konferenzen und virtuelle Messen bis zu Matchmaking-Events mit vorterminierten Videogesprächen. Sie unterscheiden sich von einer Videokonferenz durch Anmeldung, Programm, externe Zielgruppe und ein messbares Ziel. 2025 wurden weltweit rund 21 Prozent aller Events als rein virtuelle Formate geplant (Statista, zitiert nach Cvent, März 2026).
Welche digitalen Eventformate haben sich 2026 durchgesetzt?
Webinare und Online-Konferenzen für Wissenstransfer und Leads, virtuelle Messen als größtes Marktsegment mit 31,3 Prozent des Volumens (Grand View Research, Juli 2026) und Matchmaking-Events für Geschäftskontakte. Hybride Events sind mit nur 4 Prozent der Veranstaltungen auf der Bizzabo-Plattform (März 2026) zum Spezialformat geworden.
Wie viele Angemeldete nehmen an einem digitalen Event tatsächlich teil?
Bei Webinaren erscheinen im Schnitt 47,7 Prozent der Angemeldeten (Livestorm Webinar Benchmark Report, September 2026, 33.786 Sessions) beziehungsweise 57 Prozent (ON24 Webinar Benchmarks, Februar 2025). Hybride Events erreichen 52 bis 58 Prozent. Kostenpflichtige Events haben mit rund 17 Prozent eine deutlich niedrigere No-Show-Quote als kostenlose mit 28 Prozent (PheedLoop, zitiert nach Venuera, Juli 2026).
Was kostet ein digitales Event?
Ein eintägiges virtuelles Event mit 1.000 Teilnehmern kostet inklusive Plattform, Technik, Referenten und Marketing rund 30.000 bis 35.000 US-Dollar (vFairs Virtual Event Budget Guide, Juli 2026). Die Plattformlizenz allein liegt je nach Teilnehmerzahl und Funktionen zwischen 3.000 und über 25.000 US-Dollar pro Event. Planen Sie einen Puffer von 15 bis 20 Prozent ein.
Brauche ich eine Eventagentur für eine digitale Veranstaltung?
Nur für den inszenierten Teil: Konzept, Studio, Regie und Livestream-Produktion. Registrierung, Programm, 1:1-Meetings und Auswertung übernimmt eine Event-Plattform standardmäßig. Agenturen berechnen typischerweise 15 bis 20 Prozent des Budgets (DesignRush, 2026) oder Stundensätze von 80 bis 350 Euro (mhoch3, August 2025). Ein Zwischenmodell, bei dem die Agentur nur die Keynote-Produktion übernimmt, ist oft die wirtschaftlichste Lösung.
Wann sollte ein Event digital bleiben und wann in Präsenz stattfinden?
Digital, wenn das Ziel Leads oder Wissenstransfer ist, die Zielgruppe verstreut lebt und Sie sie mehrmals im Jahr erreichen müssen. Präsenz, wenn das Ziel eine Geschäftsbeziehung ist, die Zielgruppe regional konzentriert ist und das Event einmal im Jahr stattfindet. 70 Prozent der Teilnehmer nennen Präsenzveranstaltungen als wichtigste Lernquelle (Freeman Trends Report, April 2026), zugleich planen 53 Prozent mehr Webinare zu besuchen (Bizzabo, März 2026). Beide Formate wachsen, für unterschiedliche Ziele.
Fazit: Digital ist ein Format, kein Kompromiss
Die Bestandsaufnahme 2026 zeigt, für welche Aufgaben sich digitale Events besonders eignen. Ein Drittel der Events findet online statt, Webinare erreichen knapp die Hälfte ihrer Angemeldeten, virtuelle Messen sind das größte Marktsegment, und Hybrid ist zur bewussten Ausnahme geworden. Präsenz wächst gleichzeitig, weil sie ein anderes Ziel bedient. Wer die Formate nach dem jeweiligen Ziel auswählt, kann die Entscheidung in der Budgetrunde nachvollziehbar begründen.
Die Entscheidung liegt bei fünf Fragen, die Umsetzung bei der Wahl zwischen Inszenierung und Prozess. Für den Prozess, also Registrierung, Programm und vor allem vorterminierte 1:1-Meetings zwischen Teilnehmern, Ausstellern und Einkäufern, betreibt Converve seit über zwanzig Jahren eine B2B-Matchmaking-Plattform mit regelbasierter Meeting-Matrix, die digitale, hybride und Präsenzformate nach denselben Regeln terminiert. Sprechen Sie mit uns, wenn Sie wissen wollen, wie Ihr digitales Event Teilnehmer gezielt ins Gespräch bringt.